Von alters her waren Farbe und Form die gestaltenden Elemente, durch die Künstler versucht haben, die geistige Wirklichkeit erlebbar zu machen. Doch mit Beginn der Neuzeit verloren sie diese Vermittlungsaufgabe, indem Farbe und Form mehr und mehr an die sinnliche Welt festgebunden wurden. Goethes phänomenologische Betrachtungsweise von Licht, Finsternis und Farbe sowie seine Entdeckung des Prinzips der Metamorphose eröffneten Ende des 18. Jahrhunderts wiederum einen neuen Zugang zu ihren übersinnlichen Dimensionen.
Ab 1907 führte Rudolf Steiner, auf Goethe aufbauend, das Prinzip der Metamorphose sowie ein vertieftes Farbempfinden in die Künste und die Architektur ein. Ganz im Einklang mit der damaligen künstlerischen Avantgarde befreite er die Farbe vom Gegenstand und verwendete sie als freies Farbenfluten in der Kuppelmalerei des ersten Goetheanum. Der Bau ermöglichte ein lebendiges und vielseitiges Erleben des Wesens des Menschen in Verbindung mit dem Makrokosmos.
Durch Einführungen und Arbeitsgruppen wollen wir diese Geheimnisse sowohl inhaltlich als auch künstlerisch erkunden. Vorkenntnisse oder künstlerische Fähigkeiten sind dazu nicht notwendig, nur ein lebendiges Interesse am Thema und Freude am künstlerischen Tun.
Die Tagung findet in deutscher Sprache mit rumänischer und englischer Übersetzung statt. Die Arbeitsgruppen sind teilweise mehrsprachig.
Weitere Details zum Programm im Flyer