Sprache des Lichts - Die Goetheanum-Fenster und Glaskunst heute

Die Darstellung von Licht – das Licht sichtbar werden zu lassen – ist ein Urmotiv der Bildenden Kunst. Ausstellung vom 21. Mai bis 28. August 2020

Vernissage: Donnerstag, 21. Mai 2020, 17 Uhr (Westtreppenhaus)
Öffnungszeiten: täglich, 8–22 Uhr
(Sonderausstellung mit Werken von Rudolf Steiner, Assja Turgenieff und Anna May-Rychter: Mi–So, 14–16 Uhr; bis 31. Juli)
Fensterführungen: freitags, 14–15 Uhr (CHF 10.–)

Mitwirkende KünstlerInnen: Clothilde Bernard (FR), Jan de Boon (NL), Esther Gerster (CH), Ton Mensenkamp (NL), Barbara Schnetzler (CH), Lucien Turci (FR), Peter Vormer (NL), Monika Wächter (CH), Udo Zembok (FR)

Die Darstellung von Licht – das Licht sichtbar werden zu lassen – ist ein Urmotiv der Bildenden Kunst. Viele Künstlerinnen und Künstler beschäftigen sich intensiv mit Licht und lassen sich vom Licht in ihrer eigenen künstlerischen Suche leiten, um neue Dimensionen und Ausdrucksformen zu finden. Lichtkunst ist heute eine eigene Kunstgattung geworden.

Welche Impulse für das künstlerische Gestalten mit Licht hat uns Rudolf Steiner gegeben? Antworten darauf finden wir im Goetheanum-Bau, für den Steiner eine neue Fensterkunst entwickelt hat. Er gestaltet die Wände und die Kuppeln so, dass sie nicht als Begrenzung des Raumes empfunden werden, sondern als etwas, was den Menschen mit den Weiten des Kosmos und den Sphären verbindet, aus denen die Formen- und Bilderwelt ihrer Gestaltung entspringt: «Wände, die sich selbst vernichten, so dass man drinnen sitzt nicht wie in einem geschlossenen Raum, sondern wie wenn man als Mikrokosmos mit dem Makrokosmos in unmittelbarer Verbindung stände […].» (Rudolf Steiner, 13.7.1919, GA192). Das Sonnenlicht selbst zaubert die in das Glas hinein geschliffenen Motive hervor: «Erst das Durchglänzen der Sonne macht das Ausgekratzte zum Kunstwerk […].» (Rudolf Steiner, 13.7.1919, GA192) Und hier liegt auch ein Unterschied zu vielen zeitgenössischen Künstlern, die vor allem mit künstlichem Licht arbeiten.

Die Ausstellung zeigt Werke von Gegenwartskünstlern, die sich auf den anthroposophischen Kunstimpuls Rudolf Steiners beziehen und direkt mit dem Sonnenlicht arbeiten. Diese Exponate aktuellen Kunstschaffens eröffnen zu den Werken Steiners eine Spanne von 100 Jahren. Neben den Originalfenstern im Grossen Saal des Goetheanum hebt die Ausstellung den Entstehungsprozess der Fenster am Beispiel der Blauen Fenster hervor: «In dem, was ausgekratzt ist aus dem Glase, finden Sie dieses ganze Innere des Menschen dargestellt, finden sie alles das, was in ihm lebt, in das Figurale gegossen.» (Rudolf Steiner: 16.10.1920, GA 289) Es werden Skizzen von Rudolf Steiner sowie deren Ausarbeitung und Umsetzung durch die Künstlerinnen Assja Turgenieff und Anna May-Rychter zu sehen sein.

Das Glaskunstatelier Lichtblick (Schwörstadt/DE) vermittelt zudem einen Einblick in die Glasherstellung und die Metalllichttherapie.

Blick in das Atelier „Lichtblick“ in Schwörstadt/DE, Foto: Barbara Schnetzler
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