Georgien

|   Berichte
Von 8. bis 10. Februar besuchte Marianne Schubert als Leiterin der Sektion für Bildende Künste Künstlerinnen und Künstler in Tiflis (GE).

Auf Anregung einer Georgierin, die am Goetheanum tätig war, reiste ich Anfang Februar nach Tiflis und besuchte viele Ateliers georgischer Künstlerinnen und Künstler, meist Mitglieder in der Anthroposophischen Gesellschaft. Dies diente auch der Vorbereitung einer Ausstellung zu Michaeli am Goetheanum.

In der georgischen Kunstszene spielen anthroposophisch inspirierte Künstlerinnen und Künstler eine große Rolle, einige von ihnen sind im Land sehr bekannt und geschätzt. Sie unterrichten an der staatlichen Kunstakademie, treten im Fernsehen auf oder zeigen ihre Werke auf nationalen und internationalen Ausstellungen.

Außen hässliche Bausubstanz – innen sprühende Kreativität

Durch die Besuche der Ateliers lernte ich die Stadt Tiflis mit den verschiedensten Wohnsituationen kennen. Wie stark war doch der Gegensatz: außen die hässlichen monumentalen Plattenbauten in schlechter Bausubstanz, innen Schönheit, sprühende Kreativität, Farben und Formenvielfalt in den Bildern. Unabhängig von den Verhältnissen selbst – ob in Einfachheit oder in deutlich mehr Wohlstand – berührte mich die herzliche Gastfreundschaft, mit der ich überall begrüßt wurde.

Beeindruckend ist die Vielfalt des künstlerischen Ausdrucks. Die Bildformate reichten von kleineren, vielleicht 20 auf 20 Zentimeter großen Tafeln bis zu mehrere Quadratmeter großen Leinwänden. Auch die Techniken sind sehr verschieden. Während einer aus Stockmar-Wachsmalstiften seine Bilder entstehen lässt, malt ein anderer in Öl oder Acryl, überspannt das Gemälde mit Drahtgittern und lässt so einen besonderen transluzenten Effekt entstehen. Auffällig ist das häufige Aufgreifen biblischer Bildmotive.

Auf Grundlage der Begegnungen werde ich nun die Ausstellung konzipieren, Gelder einwerben und Quartiere für die Kuünstlerinnen und Künstler besorgen, die der Ausstellung ihrer Werke am Goetheanum beiwohnen möchten. .ber Spenden für dieses große Projekt freue ich mich!

Marianne Schubert, Goetheanum